Fairlanguage mit Piu beim Z2X Festival

6 Monate Fairlanguage

Wie du in 6 Monaten so viel bewegst wie andere in 1,5 Jahren

Wir haben Geburtstag.

Also eigentlich halben Geburtstag, aber in den ersten Lebensjahren eines Babys muss da eine kleinere Maßeinheit angelegt werden.

Und wie alle Eltern sind wir mächtig stolz auf unser Kind.

Es wurde gefüttert und gefüttert und saugt Energie und ist super anstrengend. Aber wenn es lacht, dann ist das alles vergessen und unser Herz geht auf vor Liebe.

Die ersten Schritte machen uns so stolz, wie der Sieg bei einem Halbmarathon einer Freundin.
Die ersten Worte sind natürlich fair.😉

Anfang März sind Michael und ich an den Start gegangen.

Erstmal war natürlich alles neu.
Und musste sich einpendeln.

Routinen entwickelt werden (Windelnwechseln, Todos abhaken oder anderer Orga-Stuff: Routinen helfen!).

Und wir mussten uns neu miteinander eingrooven.
Das Vertrauen ineinander entwickeln, dass wir im jeweils anderen Mensch eine Unterstützung finden und dass das Kind mit dem anderen safe ist.

Und dann wurden immer mehr Menschen verantwortlich für das Baby.
Immer mehr Menschen haben Einfluss auf die Erziehung, auf die Entscheidungen, die die Zukunft signifikant beeinflussen werden.
Puh, da loszulassen bringt uns immer noch immer wieder an unsere Grenzen.

Dabei sind das ziemlich coole Einflüsse!
Aktuell sind das Lotta und Mo, die ganz neue Perspektiven einbringen.
Eine technische und sehr pragmatische.
Und eine wissenschaftliche und demnach sehr gründliche.

Mit Agata waren wir zwischenzeitlich sogar schon zu fünft, leider hat das nicht so gepasst wie gedacht, dazu weiter unten aber noch mehr.

Wir stehen jetzt davor, das Sorgerecht für unser Baby neu zu gestalten. Unsere bisherige Lösung (bestehendes Einzelunternehmen) hat für die ersten Monate super funktioniert. Ideal um auch mit einem Baby schnell geschäftsfähig zu sein, erste Aufträge anzunehmen und und und. Wir verspüren aber den Wunsch nach einer anderen Aufstellung. Wie genau das aussieht finden wir gerade raus, dazu werdet ihr sicher auch noch einmal etwas von uns hören.

Wir laufen die ersten Schritte und können uns selbst tragen.
Wir arbeiten an relativ großen Aufträgen mit großen Konzernen und tragen unsere Idee zunehmend in die Welt. Und können uns davon zusehends selbst finanzieren. Dazu unten mehr.

Unsere Reichweite wächst.
Nicht nur sichtbar an der Zahl der Follower_innen, sondern auch sichtbar an Formen der Wertschätzung wie die Wahl der Jury beim Z2X-Festival letztes Wochenende, Fairlanguage als eines der zehn verheißungsvollsten Projekte zu präsentieren und die Nominierung bei Schleswig-Holsteins Digitalisierungspreis "Best of Digital.SH".

Infos zum Z2X (mit absoluter Empfehlung für das nächste Jahr!)? Hier gehts zum Artikel.
Und Infos zum Digitalisierungspreis findest du hier.

 

Nach dieser Welle von Schwärmerei, haben wir Lust, unsere Learnings mit euch zu teilen.

Die, über die wir denken, dass sie absolut relevant waren dafür, dass wir da sind, wo wir heute eben sind.
Die, die das Kind zum Laufen bewegten, und die, die es ins Wanken brachten.

Da gibt es vor allem die drei großen Bereiche Finanzierung, strategische Planung und Wachstum.

 

1. Finanzierung

Wir sind bisher selbst finanziert. Michael hat vor Fairlanguage in seiner Selbstständigkeit Rücklagen gebildet, die in den ersten 6 Monaten unsere Lebenskosten trugen und weitere Ausgaben wie z.B. Mobilität, Konferenzen, die geliebten Sticker oder auch plüschige Flamingos möglich machten.

Nun ist September und unser Kind kann sich langsam selbst finanzieren. Vor allem durch Aufträge, aber es gibt auch eine Förderungszusage und wir hoffen auf den ein oder anderen Preis. Für die nächsten Monate sieht es gut aus. 🙂

Natürlich war das eine absolut großartige Chance. Sich noch nicht von Anfang an über 40-seitige Business Pläne oder Förderungsanträge Gedanken machen zu müssen, war ein absoluter Luxus, der viele Prozesse stabilisiert hat bevor es in die Gründung geht, und der uns eine Einschätzung bzgl. des Bedarfs am Markt ermöglicht hat.

Also - wenn es euch möglich ist, mit einem finanziellen Polster zu starten, das euch den Rücken erstmal frei hält, dann macht das.

Wenn ihr euch noch querfinanzieren wollt oder müsst, dann ist das natürlich auch eine Möglichkeit. Und sollte euch auf keinen Fall davon abhalten, zu starten.
Wenn die Idee da ist, dann will sie auch geboren werden.
Schafft euch am besten ein System, indem ihr dem Kind noch genug Futter geben könnt, damit es wächst und lacht und nicht nur hungrig und quengelig ist.

Letztendlich würden wir sagen - Hauptsache loslegen und den Fokus setzen.

 

2. Die Strategie

Wenn euer Budget auf einen begrenzten Zeitraum ausgelegt ist, dann habt ihr ein Zeitfenster, indem ihr anfangs schon relativ genau abstecken solltet, wo ihr am Ende stehen wollt.

Bei uns war das vor allem ein gewisser Bekanntheitsgrad, der erste Prototyp der in der Testung ist und eine gewisse Wirtschaftlichkeit.

Das waren die Variablen, auf der unsere Entscheidung fußen konnte für die große Frage: Machen wir weiter oder nicht?

Nehmt euch die ersten Monate als Probezeit.

Der Markt und euer Umfeld und die Menschen, an die ihr die Idee herantragt, werden euch spiegeln, ob es sich lohnt weiterzumachen.

Ihr werdet die Resonanz spüren.

Wir haben unsere Strategie 6-3-1 getauft. Weil wir unsere Ziele anfangs von 6 Monaten auf 3 und dann auf den ersten runterbrachen.

Ob das euer System sein muss, weiß ich nicht.
Was aber sinnvoll ist, ist einen Überblick darüber zu haben, wo es hingeht und worauf der jeweilige Fokus liegt im Monat.

Wir hatten da übrigens einen signifikanten Planungsfehler.
Das Zeitfenster für eine Anschlussfinanzierung war deutlich zu knapp und hätte schon drei Monate vor Ablauf des Zeitraums liegen müssen.
Wir haben uns ordentlich ins Zeug gelegt. Und hatten wohl auch etwas Glück.
Es hätte uns aber auch das Geld ausgehen können. Bzw. kann es natürlich immer noch.
Finanzierungen sind in der Regel einfach nicht auf Kurzfristigkeit ausgelegt.

 

3. (Team-)Wachstum

Beim Teamwachstum und zwischenmenschlichen Zusammenraufen gab und gibt es immer wieder außerordentlich hohe Energieaufwände.

Das Eingrooven braucht Zeit und Energie und da scheint es immer wieder dieses Dilemma zu geben, dass es den Fokus von der eigentlichen Arbeit wegzunehmen scheint. Aber trotzdem super wichtig scheint.

Andererseits ist die Motivation, die wir in der Zusammenarbeit erfahren, sehr bemerkenswert.
Und auch die Inspiration und das Voneinander-Lernen ist unersetzlich.
Außerdem gibt es viele Aspekte, in denen wir uns ergänzen - und den anderen somit ungeliebte Aufgaben abnehmen.

Und dann sind da die regelmäßigen und immer wiederkehrenden Orga-Calls. Jede Woche einer und einmal im Monat ein längerer. Irgendwie scheinen die uns allen sinnvoll, aber stressen tun die uns trotzdem.
Weil da Missverständnisse auf den Tisch kommen.
Und weil da so wenig "gemacht" und soviel nur geredet wird.

Aktuell versuchen wir nochmal neu zu beleuchten, was gebraucht wird und in welcher Form. Vielleicht bringt das die Lösung für das Dilemma.

Und dann ist da die Sache, wenn es einfach nicht passt.
Wenn es kommunikativ nicht passt, dann sickert die Energie wie ein Gebirgsbächlein dahin.
Unaufhaltsam.

Und auch wenn es inhaltlich oder mit der Arbeitsweise nicht passt gibt es Spannungen. Gerade remote mit viel Eigenverantwortung in einem komplett neu entstehenden Team bringt da einige Herausforderungen mit.

Was kann man dagegen tun?

Wir sind immer große Fans von ansprechen, sichtbar machen, versuchen Lösungen zu finden, ausprobieren, neue Wege gehen. Und auch eigene Ideen und Einstellungen zu hinterfragen. Es kann aber trotzdem sein, dass es mal nicht passt. Sich das einzugestehen ist gar nicht so einfach. Und sich dann zu trennen – und ja, es fühlt sich an wie Schluss machen! – ist echt nicht einfach. Aber wichtig und gesund für alle Beteiligten.

Wir haben aber auch gemerkt, dass wir uns mehr auf unser Bauchgefühl verlassen können und sollten. Wenn wir von Anfang an immer diesem Gefühl gefolgt wären, dann hätten wir deutlich weniger Energie, Geld und Frust investiert.

Aber eben auch dieses Learning nicht in der ganzen Klarheit gehabt.

 

Also: Den Fokus setzen und das Kind möglichst kräftig füttern, Klarheit darüber haben, was man braucht am Ende eines bestimmten Zeitraums, und dem Bauchgefühl vertrauen und mit den eigenen Bedürfnissen gegenchecken.

Mit diesen Worten laden wir euch ein, virtuell unseren (halben) Geburtstag mit uns zu feiern!

Klick hier für ein Stück Torte.

 

Tizia bei der Vorbereitung für den Workshop beim Z2X Festival

 

 

 

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Tizia
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